Loading...

VIELE STARS SPRECHEN MIT IHRER STIMME

© Malte SamtenschniederBad Oeynhausen (WB). Ohne Christin Marquitan wäre so mancher internationale Fernseh- und Kinostar in Deutschland sprachlos. Unzähligen Schauspielerinnen hat die Synchronsprecherin bereits ihre Stimme geliehen. Damit sind ihre Talente nicht erschöpft: Auszüge aus ihrem Comedyprogramm hat die Künstlerin im Bad Oeynhausener Kaiserpalais präsentiert.

»Das Synchronsprechen ist schon immer ein wichtiger Teil meines Berufes gewesen«, sagt Christin Marquitan. Bereits während ihrer Jugend in Hamburg habe sie - parallel zur Schauspielschule - damit angefangen. »Mit 14 Jahren war ich auch als Schlagersängerin unterwegs.« Mit keinem Geringeren als Udo Jürgens stand sie damals auf der Bühne.

»Durch meine vielen Auftritte habe ich immer wieder bekannte Künstler kennen gelernt und unzählige wichtige Kontakte geknüpft«, sagt Christin Marquitan. Dabei sei ihr stets zugute gekommen, dass sie nicht auf den Mund gefallen sei. „Sonst hätte ich wahrscheinlich kein Coaching mit den Kessler-Zwillingen oder Schauspielunterricht bei Elke Sommer bekommen“.
Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg hat Christin Marquitan unter anderem an Schauspielhäusern in München, Lübeck, Stuttgart, Köln, Wien, Linz und Rom gearbeitet. Seit 1995 lebt die gebürtige Pinnebergerin vorrangig in Berlin.

Ihre Arbeit als Synchronsprecherin gliedert Christin Marquitan in drei Bereiche. »Ich habe einige Feststimmen, einige Stimmen, die ich immer wieder mal spreche, und einige, die nur gelegentlich vorkommen«, erklärt die Künstlerin. Derzeit leihe sie der mexikanischen Schauspielerin Salma Hayek in deren neuem Kinofilm »Grown Ups« ihre Stimme. „Damit ich ihren spanischen Akzent richtig treffe, ist extra ein Sprachcoach mit im Studio“.

Auch Pamela Anderson, Juliette Binoche oder Geena Davis hat Christin Marquitan schon synchronisiert. »Gelegentlich ist auch einmal ein Marilyn-Monroe-Film dabei, wenn der Ton aus technischen Gründen überarbeitet wird. Als wichtige Voraussetzung für das Synchronisieren benennt Christin Marquitan die Fähigkeit, sich in eine Schauspielsituation hinein zu versetzen. Damit, Texte auswendig zu lernen, sei es nicht getan. »Ich muss beim Synchronisieren situativ reagieren. Die Stimme macht genau das, was die Schauspielerin durch ihr Handeln vorgibt.
Nicht nur für das Synchronisieren von Kinofilmen steht Christin Marquitan am Mikrofon. Auch verschiedene internationale Serienstars werden vom deutschen Publikum mit der Stimme der Künstlerin in Verbindung gebracht - so zum Beispiel Captain Samantha Carter aus »Stargate«, Lynn Tanner aus »Alf« oder Lucy aus »Charlie Brown«. Auch Christina Yang alias Sandra Oh aus der Serie »Grey's Anatomy« leiht sie ihre Stimme.

Die unterschiedlichen Charaktere stellen verschiedene Herausforderungen an die Schauspielerin. Manchmal falle es ihr leicht, sich mit den Facetten ihrer eigenen Persönlichkeit auf die Rolle einzustellen. Gelegentlich sei aber auch intensive Vorbereitung erforderlich. Als Beispiel nennt Christin Marquitan die internationale Filmproduktion »Oskar und die Dame in Rosa«. Die Handlung habe sie emotional sehr bewegt, und sie habe sich im Studio sehr konzentrieren müssen.
Als Ausgleich zu ihrer Arbeit als Synchronsprecherin steht Christin Marquitan bei Veranstaltungen wie dem Comedy-Club im Kaiserpalais auf der Bühne. „Ich liebe die vielen verschiedenen Facetten, die mein Beruf mit sich bringt.“

Westfalen-Blatt, 10.06.2010 - Interview von Malte Samtenschnieder

INTERVIEW MIT CHRISTIN MARQUITAN – SALMA HAYEK  

Christin Marquitan leiht ihre Stimme, neben der deutschen Stimme von Salma Hayek, auch einigen unserer wichtigsten Sprachportale. Sie kann den Charakter und die Persönlichkeit einer Sprachapplikation - die sogenannte Persona - je nach Anforderung unserer Kunden variieren. Wir produzieren im Rahmen wichtiger Projekte Sprachaufnahmen für die Gestaltung qualitativ sehr hochwertiger Sprachdialogsysteme. Einige Beispiele hierfür sind Sprachportale im Bereich Digital TV, Telekommunikation oder Telefonauskunft. Durch die "Pre-recorded Prompts" kann eine sehr hohe Güte der Systeme erreicht werden, was wiederum wichtig für die bestmögliche Benutzerakzeptanz ist. Das Gespräch mit Frau Marquitan führten wir gemeinsam mit Jonathan Buttmann, Mitinhaber und Audio Engineer unseres Ton- und Soundstudios DynamicAudio in Berlin.

› Excelsis: Frau Marquitan, Sie sind seit langem als Voice Talent und professionelle Sprecherin für unsere Sprachproduktionen bei uns engagiert. Was fasziniert Sie an dieser Arbeit?

› Christin Marquitan: Ja, ich stelle jetzt mittlerweile seit mehreren Jahren immer wieder meine Stimme für die Produktion unterschiedlicher EXCELSIS Sprachsoftware zur Verfügung. Durch die Professionalität des Teams im EXCELSIS Tonstudio und das professionelle Equipment macht das Arbeiten hier einfach sehr viel Spaß. Außerdem sind die Top-Kunden von EXCELSIS für mich wichtig und die Atmosphäre gefällt mir hier einfach sehr gut.

› Jonathan Buttmann: Wir sind natürlich sehr stolz, dass wir mit so einer bekannten Stimme wie der Ihren arbeiten können. Derzeit produzieren wir ja eine ganze Reihe von Aufnahmen für Sprachapplikationen, die im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft zum Einsatz kommen werden. Wie ist das, wenn die eigene Stimme an so prominenter Stelle in einem Sprachcomputer eingesetzt wird?

› Christin Marquitan: Natürlich bin ich es gewohnt, meine Stimme in unterschiedlicher Form und unterschiedlichen Medien zu präsentieren. Allerdings ist die Interaktivität bei einem Sprachcomputer sicher etwas ganz besonderes. Man spricht quasi mit einer künstlichen Person, welche die gleiche Stimme hat wie man selbst. ...

... Der Eindruck, den man dabei gewinnt, hängt aber auch von der Persona ab, die ich mit meiner Stimme und deren Tonality usw. bilde. Je nach Ausprägung kann ich, weil ich eine entsprechende Ausbildung habe, ein sehr weites Spektrum an Personas abdecken.

› Excelsis: Die neuesten Produkte im Bereich TTS, d.h. im Bereich der synthetischen Erzeugung von Sprache versprechen eine erhebliche Kostenreduktion, weil sie solche Studioaufnahmen substituieren wollen. Macht Ihnen das Sorge?

› Christin Marquitan: Die heute verfügbare Technik ist sicher sehr, sehr interessant für viele Anwendungsbereiche. Ich weiß aber, dass die Kunden von EXCELSIS in unternehmenskritischen Anwendungen keine Kompromisse in Sachen Qualität eingehen. Ich gehe deshalb davon aus, dass diese Technik auch noch in einigen Jahren ihre Daseinsberechtigung haben wird.

› Jonathan Buttmann: Das sehen wir genauso und die Investitionen in unser Tonstudio sind entsprechend bedeutend. TTS bietet einfach nicht die Vielfalt und Natürlichkeit einer menschlichen Stimme. Wir legen Wert darauf, dass die durch die Sprachfiles transportierte Stimmung optimal auf das Produkt und den Wunschkommunikationspartner der Zielgruppe abgestimmt ist. Schließlich sind die Audioinhalte von Sprachsystemen ja das, womit der Kunde beim Anruf in direktem Kontakt steht. Nicht zu vergessen ist auch die mit den Sprachaufnahmen eng zusammenhängende Produktion von Hintergrundgeräuschen, Atmosphären, Jingles und so weiter. Dies alles sind wichtige Elemente für ein schlüssiges Gesamtsystem, in dem sich der Anrufer angesprochen und gut aufgehoben fühlt.

› Excelsis: Vielen Dank für das Gespräch.

EXcelsis Business Technology Logo

13. LILIPUT-PREIS
 
Der Liliput Preis 2009 für die beste deutschsprachige Synchronisierung ging an

"Willkommen bei den Sch'tis" - ("Bienvenue chez les Ch’tis")

› Aus der Jurybegründung:

Bei "Willkommen bei den Scht'is" hat man sich nicht an einen bestehenden oder vergleichbaren deutschen Dialekt angelehnt. Die Dialogschreiber entwickelten ein völlig neues und sehr originelles Idiom, das an die Eigenheiten des Nordfranzösischen angelehnt ist. ... Das allein wäre schon eine herausragende Leistung, aber durch das Talent der Synchronsschauspieler, allen voran Christoph Maria Herbst, ist hier ein Meisterwerk der Synchronisationskunst entstanden, das nicht nur den ursprünglichen Witz des Originals transportiert, sondern auch ein die Botschaft des Films unterstützendes Eigenleben entwickelt.

"Willkommen bei den Sch'tis" (Originaltitel: "Bienvenue chez les Ch’tis").  Frankreich 2008, Regie: Dany Boon, Produktion: Claude Berri und Jérôme Seydoux, Buch: Dany Boon, Alexandre Charlot und Franck Magnier, Kamera: Pierre Aïm, Musik: Philippe Morlier, Besetzung: Kad Merad, Dany Boon, Zoé Félix, Anne Marivin, Philippe Duquesne u.a., Verleih: Prokino Filmverleih GmbH, Synchronisation, Dialogbuch und Synchronregie: Beate Klöckner, Übersetzung: Tanja Frank, Produktion: BSG Berliner Synchron AG, Synchronschauspieler: Christoph Maria Herbst (für Dany Boon), Michael Lott (für Kad Merad), Christin Marquitan (für Zoé Félix), Alexandra Wilcke (für Anne Marivin), Gerald Schaale (für Philippe Duquesne), Olaf Reichmann (für Guy Lecluyse), Stefan Gossler (für Patrick Bosso), Matthias Klages (für Zinedine Soualem), Marius Götze-Clarén (für Jerome Commandeur), Uta Hallant (für Renaus Line), Jochen Schröder (für Michel Galabru), Bernd Vollbrecht (für Stephane Freiss) u.a. 

Berliner Wochenblatt